DIE KUNST, NICHT ZU VIEL ZU PLANEN
Also, jeder sagt dir ja immer, du musst einen Businessplan schreiben, der länger ist als der deutsche Sommer kalt bleibt. Aber mal ehrlich, die meisten Startups scheitern nicht, weil sie keinen perfekten Plan hatten, sondern weil sie sich zu sehr auf diesen Plan versteifen. Ich meine, es ist wie versuchen, ein Ikea-Möbelstück zusammenzubauen ohne Anleitung – manchmal läuft’s, manchmal steht nach drei Stunden nur ein wackeliger Haufen Holz da. Ich hab’s selbst erlebt, als ich mit ein paar Freunden eine kleine App starten wollte. Unser Plan sah aus wie ein Roman, aber am Ende waren wir froh, wenn das Grundgerüst lief. Flexibilität ist der Schlüssel.
KENNE DEIN PUBLIKUM, ABER NICHT ZU GENAU
Viele denken, man muss stundenlang an Personas basteln und so tun, als kenne man jeden Furz, den ein Kunde mag. Spoiler: Du kennst du nicht. Wirklich nicht. Ich hab das mal gemacht und wir haben versucht, alles perfekt auf unsere imaginären Kunden zuzuschneiden. Ergebnis? Niemand klickte unsere Seite. Wir haben dann einfach echte Leute gefragt, ohne fancy Umfragen oder teure Tools. Ein einfacher Post auf Insta, ein paar Umfragen in Storys – bam, Feedback. Direkt, ehrlich, und meist brutal. Die Leute lieben es, wenn man echt ist.
STARTE MIT ETWAS KLEINEM UND TESTE
Ich sehe ständig diese Stories auf LinkedIn von Gründern, die ihr „geniales Produkt“ vorstellen, das die Welt retten soll. Klar, Träume sind super, aber probier erstmal, ob Leute dafür auch echt Geld zahlen würden. Ich meine, es bringt nix, wenn dein digitales Gummibärchen-Startup mega fancy aussieht, aber niemand es kauft. Wir haben damals mit einem Mini-Prototyp gestartet, der gerade mal 20% dessen konnte, was wir uns vorgestellt hatten. Überraschung: Leute zahlten trotzdem, und wir lernten, was sie wirklich wollen.
NETZWERKEN IST NICHT NUR FÜR LINKEDIN-Likes
Alle reden davon, „netwerken, netwerken, netwerken“. Ich hab es früher immer für so ein Social-Media-Spiel gehalten. Aber richtiges Netzwerken ist, wenn du Leute triffst, die dich ehrlich kritisieren, die dir Türen öffnen und dich manchmal auf den Boden zurückholen. Ich hab mal bei einem Gründerabend einen Typen getroffen, der so richtig der Old-School-Veteran war. Seine Tipps haben uns mehr geholfen als alle YouTube-Tutorials zusammen.
FINANZEN, DIE DU NICHT IGNORIEREN KANNST
Okay, Geld. Niemand will darüber reden, weil’s irgendwie peinlich ist. Aber du musst wissen, wie viel du verbrennst, sonst bist du schneller pleite, als du „Fundingrunde“ sagen kannst. Lustigerweise hab ich mal den Fehler gemacht, alles auf die „große Investition“ zu setzen. Wir dachten, wenn wir erstmal Geld haben, läuft alles wie geschmiert. Fehlanzeige. Die Investoren kamen, schauten auf unsere Zahlen und fragten, warum wir 50% für Designer ausgaben, die nur eine App-Icon-Farbe ändern. Learnings: klein anfangen, Cashflow im Auge behalten und unnötige Ausgaben vermeiden.
TECH IST WICHTIG, ABER NICHT ALLES
Viele Gründer denken, sie müssen die nächste KI-Erfindung bauen oder die App perfektionieren, bevor sie rauskommt. Meine Erfahrung: Perfektion ist der Feind. Unsere App war alles andere als perfekt. Bugs? Jede Menge. Aber wir hatten echte Nutzer, echtes Feedback. Manchmal muss man einfach rausgehen, anstatt im stillen Kämmerchen zu basteln. So merkt man schnell, ob die Idee zieht oder nicht.
MARKETING, DAS NICHT NERVT
Social Media ist eine Goldgrube, aber du musst echt sein. Niemand will dauernd Werbung sehen, die wie ein Roboter klingt. Wir haben z.B. angefangen, kleine Geschichten über unser Team zu posten, kleine Missgeschicke und echte Momente. Leute reagieren darauf, teilen es, und plötzlich kennen sie deine Marke, ohne dass du einen Cent für Ads ausgegeben hast.
DIE RICHTIGEN LEUTE IM TEAM
Hier kommt’s: nicht jeder mit Skills ist automatisch ein guter Mitgründer oder Kollege. Ich hab das einmal gemacht, wir hatten Top-Leute, aber die Chemie stimmte nicht. Ergebnis: Chaos. Du willst Leute, die nicht nur gut sind, sondern die Vision verstehen, die mit dir lachen und fluchen können. Ein Team, das zusammen durch den Stress tanzt, ist Gold wert.
ANPASSUNGSFÄHIG SEIN
Die Welt verändert sich schnell. Ein Startup, das starr an der ersten Idee klebt, stirbt. Wir mussten unser Konzept nach sechs Monaten fast komplett umwerfen, weil der Markt plötzlich anders tickte. Hätte uns jemand gesagt, dass ein simpler Instagram-Trick unser Wachstum verdoppelt, hätten wir gelacht. Aber genau das passierte.
KLEINE SIEGE FEIERN
Zu guter Letzt: vergiss nicht, kleine Erfolge zu feiern. Ich weiß, klingt kitschig, aber es hält dich motiviert. Wir haben uns damals über jeden ersten Verkauf, jede positive Bewertung auf Trustpilot gefreut wie ein Kind Weihnachten. Das gibt Energie, wenn der Rest des Startup-Lebens dich wie ein Mixer durchschüttelt.
Am Ende des Tages gibt’s keine Garantie. Keine geheime Formel. Aber wenn du flexibel bist, echt bleibst, kleine Schritte machst, auf dein Team hörst und die Zahlen checkst, hast du verdammt gute Chancen. Und hey, scheitere ruhig mal, solange du daraus lernst – ich hab’s schon ein paar Mal gemacht, und irgendwie sind wir immer noch hier.